Fürstenhagen und Pastor M. Willich


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Anno 1315 erobert der brandenburgische Markgraf Waldemar die Burg "Vurstenhagen". Zwei Jahre später, im Frieden zu Templin, wird die Zerstörung der Befestigung vereinbart. Um 1470 sitzt Hans von Dorne auf dem Schulzenhof Fürstenhagen. Aus Archivaufzeichnungen geht hervor, dass Dorne "zwei Wurt zu Petershagen an Albrecht von Dewitz zu Cölpin verkauft". Nach 1480 gehören Teile der Gemarkung Fürstenhagen dem Vinzenz Kuhle. Kuhles Tochter tritt in das Kloster zu Boitzenburg ein und macht dem Orden eine noble Schenkung: ein Angerdorf nebst Land. So kommt das in Mecklenburg liegende Dorf Fürstenhagen an das uckermärkische Kloster in Brandenburg. "Die Bauern dienten dorthin gewisse Tage", heißt es in Chroniken, "hatten aber Holzfuhren und Kontribution nach Mecklenburg zu leisten". Alle Rechte des Klosters Boitzenburg gehen 1539 auf den Landvogt im Uckerland, Hans von Arnim, über.

Alte Schule und Kirche Fürstenhagen
Er zahlt dafür dem Kurfürsten Joachim von Brandenburg 3.500 Gulden. Das doppelte Untertanenverhältnis - hie Mecklenburg, da (nach 1618) preußisches Brandenburg- gibt in den folgenden Dekaden viel Anlass zu Streitigkeiten. Schließlich wird am 21. Februar 1716 ein Vergleich geschlossen: Preußen tritt die bisher in Anspruch genommene Territorial-Gerechtigkeit über Fürstenhagen an Mecklenburg - Strelitz ab, "ebenso alle Befugnisse, die aus dem jus patronatus hervorgehen möchten". Im Gegenzug verzichtet der Geheime Rat von Arnim "auf alle Hebungen, Rechte und Dienste, die ihm bisher von dort zugestanden hatten".

Der Vertrag wird jedoch erst am 7. Januar 1752 ratifiziert. Bis dahin profitierten die Bauern von den unklaren Verhältnissen - sie waren nie leibeigen geworden.


Bereits Ende des 15. Jahrhundert verkauft Hans von Dorne sein Freischulzengericht an Andreas Scharkow. Der vererbt es seinem Schwiegersohn Jürgen Riblow, und dieser wiederum vermacht den Freischulzen-Titel samt Hof seinem Schwiegersohn Drewes Becker.Innenansicht Kirche Fürstenhagen

Die Familie Becker bleibt bis 1779 im Besitz der Ländereien, deren Eigentumsverhältnisse in den darauffolgenden Jahren mehrfach wechseln, bis schließlich 1797 die herzogliche Kammer den Schulzenhof aufkauft und ihn mit zwei Bauern aus Bredenfelde besetzt. 1886 leben in der Gemarkung Fürstenhagen 323 Menschen, darunter ein Erbpächter, 13 Bauern und 14 Büdner (Kleinhof-Betreiber). 1921 ist Max Sturm als Besitzer des Hofgutes eingetragen. 1926 wird die Zahl der Einwohner mit insgesamt 253 angegeben. Erbpächter ist um diese Zeit Albert Suhr, der 1929 das Amt des Gemeindevorstehers übernimmt und damit auch Tornowhof verwaltet. Fürstenhagen selbst hat zum Ende der 20er Jahre neben Dominalschule, Gastwirtschaft, Poststation und Standesamt auch eine Kirche.

Der einschiffige Sakralbau, von Oberbaurat Buttel "in einer selbständigen, der mittelalterlichen nahestehenden Formensprache errichtet", ersetzt 1869 das alte Gotteshaus, das, Archiv-Anmerkungen zufolge, "ein turmloser Fachwerkbau mit der Jahreszahl 1703 am Türsturz" war. Im Mittelalter dem Bistum Cammin unterstellt, übernimmt im 15. Jahrhundert das Kloster Boitzenburg das Patronat der Gemeinde.

Bild uralter Kelch
Um 1700 ist Fürstenhagen dann eine Filiale der uckermärkischen Pfarrei Weggun, der von 1692 bis 1732 Pastor Micheal Willich vorsteht. 1709 übereignet Willich der kleine Gemeinde ein wahrhaft nobles Geschenk der Landesherrschaft - ein teilweise vergoldete silbernes Abendmahlsgeschirr, bestehend aus Kelch und Patene (Hostienteller).


Das Sakralgefäß trägt auf der Kuppa die Wappen der Arnim und der Grafen von Schlieben unter einer Krone.

Auf dem Kelchfuß steht eingraviert:

G.D V. ARNIM
LANDVOIGT. - D. S GEB. GRAFIN
VON SCHLIBEN. - MICH WILLICH
PAST: WEGUN). FURSTENHAGEN -
FIRSTENHAGEN 1709.

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