Alte Kirche in Conow wacht aus Domröschenschlaf auf

Baureport: Archäologischer Lehrpfad erhält neuen Anziehungspunkt



Kirchenruine ConowEs war tatsächlich fast wie im Märchen vom Dornröschen. Die zehn Männer und Frauen, die sich innerhalb des ABM-Projekts Archäologischer Lehrpfad mit der alten Conower Kirche befaßten, mußten sich zunächst durch eine dicke Mauer aus wuchernden Sträuchern, Bäumen und dichtem Gestrüpp kämpfen, ehe sie das ,,Schloß" erreichten. Die Ruine der im 13. Jahrhundert erbauten Kirche aus dem Dorf Conow war in den letzen Jahren fast zugewachsen, das Gelände, zu DDR-Zeiten nur über einen Erlaubnisschein betretbar war unzugänglich geworden.

Im März dieses Jahres machten sich die ABM-Leute an das Gewirr .aus Zweigen und .Sträuchern und begannen auch das Wirrwarr von Feldsteinen zu entrümpeln. Arbeiten, die wie so häufig bei Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wieder nur mit den eigenen Händen, bestenfalls mit Hilfe von Schippe, Spaten und Harke zu bewältigen waren. Lediglich eine Motorsäge sei an Technik vorhanden, erzählt Heidi Buschner, die nach der Lichtenberger Ziegelei und einigen Hügelgräbern auch die Conower Kirche für den Archäologischen Lehrpfad zugänglich machen hilft.

Inzwischen erinnern an das frühere Chaos allerdings nur noch ein paar Fotos, die gleich zu Beginn der Arbeiten entstanden. Die meisten Feldsteine sind sauber aufgestapelt. Auch die zur Kirche gehörende Sakristei ist freigelegt. Selbst Reste der Friedhofsmauer sind inzwischen wiedererkennbar. Das Innere des 9 mal 17 Meter großen Feldsteinkirchbaus ist gut begehbar. Fast ehrfürchtig schaut der Betrachter zu den hohen Mauern auf. Die Feldsteine wurden übrigens einst in sogenannter Kastenbauweise aufgetürmt. Zwei bis drei Fuß hohe Holzkästen wurden mit Feldsteinen bepackt. Die Zwischenräume vergossen die damaligen Baumeister mit einer Mischung aus Kalk und Quark, die heute noch haltbar ist. Der eingequollene Kalk zwischen den einzelnen Steinen ist heute noch gut erkennbar Zu sehen sind auch noch die einstigen Einhängungen der Türen.


Altes Dorf zerstört


Kirchenruine ConowDas alte Dorf Conow ,war 1440 durch einen Krieg zwischen Mecklenburgern und Brandenburgern zerstört worden. Conow entstand später an anderer Stelle neu. Die Reste der Kirche blieben und wurden zum Teil auch als ,,Bauistoffentnahmestelle" genutzt. Jetzt: soll das alte Bauwerk. das davon zeugt, dass wir zwar steinreich aber doch betellarm sind", wie einer der ABM - Leute scherzhaft bemerkte, wieder der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Zum Monatsende wollen die Männer und Frauen um Heidi Buschner ihre Arbeiten an der alten Kirche vorerst abschließen. Eine Införmationstafel wird noch aufgestellt.Das Gelände soll auch weiter gepflegt werden. Ein Besucher des denkmalsgeschützen Bauwerkes war bereits so von der Stimmung in der Kirch' begeistert, daß er sie gleich zu einem Ort für Theateraufführungen oder kleine Konzerte auserkor.

"Vielleicht ist solch kulturelle Nutzung möglich", spekulier Heidi Buschner in die Zukunft des geschichtsträchigen Bauwerkes, an dem die ABM - Leute zwar kein Dorne aus dem Weg räumen mussten.Anders als im Grimmschen Märchen aber wird für die Conower Gruppe,deren Arbeitsbeschaffungsmaßnahme Ende Juni ausläuft am Ende nicht alles gut, Angesichts der mangelnden Gelder für weitere ABM werden nur fünf der zehn Frauen und Männer an dem Projekt Archauloischcr Lehrpfad weiterarbeiten können. Wen wundert es da, daß die Stimmung in der Truppe derzeit alles andere als märchenhaft ist....



Wünschen Sie weitere Informationen,
nehmen Sie Kontakt mit uns auf.
Bitte klicken Sie auf den Briefkasten.
Briefkasten für Kontakt

Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen! Diese Seite weiterempfehlen