Geschichte in der Übersicht


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Konow, Cunowe, Conow- so wechselvoll der Flurname, so facettenreich ist auch die Geschichte des Dorfes und des späteren Gutes Conow in der Mecklenburgischen Seenplatte. Der Name bedeutet Rossort oder Pferdedorf. Er leitet sich aus dem slawischen Wort "Con" für Pferd und der slawischen Endung "ow" für Dorf oder Siedlung ab. Das ursprüngliche Dorf lag nahe dem "Heiligen Werder" am Carwitzer See. Von ihm zeugt heute noch die vorhandene Kirchenruine.

Die Besiedlungsspuren in unserer Region reichen ca. 8000 Jahre zurück.
Zeugnisse aus dem Neolithikum, der Jungsteinzeit, beschränken sich auf Waffen- und Werkzeugfunde.
Leider wurde das letzte Großsteingrab aus dieser Zeit 1926 bei der Begradigung und Verbreitung einer Strasse zerstört.

Bronzezeitliche Besiedlungsspuren (1.800 - 600 v. u. Zeitrechnung) sind zahlreich. Siedlungsplätze sind bekannt, heilige Orte und Plätze, Schälchensteine, ein Steinkreis und viele Hügelgräber haben von ihrer Faszination nichts eingebüßt.

Die Annehmlichkeiten der römischen Einflussgebiete am Rhein und vielleicht sogar das angenehmere Klima, zogen über Jahrhunderte viele der damals hier lebenden Menschen an. Dort blühte der Handel, dort wogte das Leben. Dünn war das Land hier besiedelt. So konnten ohne große Auseinandersetzungen im Zuge der Völkerwanderung die ersten Slawen im 4. Jh. hier siedeln.

Dörfer wie Conow, Cantnitz und Carwitz gehen auf slawischen Ursprung zurück.
Die Christianisierung der Slawen, der sogenannten "Heiden", dauerte hier fast 200 Jahre und fand ihren traurigen Abschluss nach der Zerstörung der Heiligtümer Rethra 1068 am Breiten Luzin und des Swantewit - Tempels auf Rügen 1168.


  • 1292 heiratet die brandenburgische Prinzessin Beatrix den Fürsten Heinrich II von Mecklenburg. Als Brautgeschenk bringt Beatrix das Land Stargard in die Ehe ein. Somit wird Conow Mecklenburgisch.
  • 1354 überlässt Herzog Johann von Mecklenburg Bürgern von Lychen das Land. Seitdem wird das Land von verschiedenen privaten Besitzern als Lehen weitergegeben. In den Wirren der Mecklenburgischen Fede wird Conow zerstört und die Ländereien veröden.
  • 1516 fallen die Ländereien an die Herzöge von Mecklenburg zurück.
  • 1700 beginnt mit der Errichtung einer Glashütte gewerbliches Leben in Conow. In den folgenden Jahren wird das Gut von verschiedenen Pächtern bewirtschaftet.
  • Um 1900 zählt das Dorf Conow 163 Einwohner, mit rund 611 Hektar Land, davon 512 ha Ackerland, 40 ha Wiesen und 25 ha Weiden. Zum Gut gehören 42 Pferde, 149 Stück Rindvieh, 650 Schafe und 52 Schweine.
  • Um 1935 im dritten Reich wird Conow Staatsgut des Gaues Mecklenburg.
  • Im Jahre 1938 wird es an Erich Hein verkauft, Hein wiederum veräußert Conow im November 1940 an den pommerschen Fregattenkapitän Hans-Joachim von Mellenthin, dem auch das wenige Meilen entfernt liegende "Alodialgut" Wittenhagen gehört. Mellenthins Stieftochter, Gottliebe Gräfin von Kalnein heiratet 1937 Heinrich Graf von Lehndorff. Sie flüchtet aus dem Gut Steinort in Ostpreussen mit ihren vier Töchtern nach Conow.
  • 1944 wird Heinrich Graf Lehndorff, acht Monate vor Kriegsende, in den Waldungen von Conow gestellt und der Gestapo ausgeliefert. Er gehörte zum Kreis der Offiziere des 20. Juli 1944. Gut Conow wird enteignet und der sowjetischen Militär-Administration unterstellt. Nach dem Krieg wird das Gut zu großen Teilen in Bodenreformsiedlungen aufgesiedelt, die anschließend wieder in das volkseigene Gut übergehen.
  • 1992 wird das Gut von der Treuhand verkauft und geht zusammen mit den zum Gut gehörenden Ländereien der ehemaligen LPG Lichtenberg ( Pflanze) in der Gemarkung Conow in privaten Besitz.

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