Die Szenerie um Conow ist ein erdgeschichtliches Tagebuch


Eiszeit pur gilt es zu erleben, wenn sich der Blick von verschiedenen Aussichtspunkten im Raum Conow/Wittenhagen über Seen mit vielgestaltigen Uferlinien und sanft geschwungenen Hügeln, übersät mit den landschaftstypischen kreisförmigen Bodenvertiefungen und markanten Hecken- und Baumstrukturen am Horizont verliert. Keine betonierte Umwelt stört den tiefen Blick in die Erd- und Kulturgeschichte dieser Landschaft.

Geologie Schmaler LuzinDer Raum des Woldegk- Feldberger Hügellandes stellt sich als ein riesiges erdgeschichtliches Museum dar. Selten ist die klassische glaziale Serie - Grundmoräne, Endmoräne, Sander, glaziale Rinne - so ausgeprägt und auf engem Raum erlebbar wie hier. Die Höhen und Kuppen um Conow sind gleichsam das Musterbeispiel einer von Gletschern aufgetürmten Endmoränen-Landschaft. Dies geschah vor zirka 16.000 Jahren während der letzten Eiszeit (Weichselkaltzeit).

Geologie verschiedene SteineDie hohe Reliefenergie mit ausgeprägten Kuppen und tiefen Wannen und die Unzahl der durch Eislinsen entstandenen kleinen und großen kreisrunden Hohlformen - auch Sölle oder Toteis- Löcher genannt - belegen eindrucksvoll die glaziale Entstehung und Vergangenheit des Landstrichs. Mitgebracht von den Gletschern wurden - im Eis eingefroren oder zusammen geschoben - alle Steine, Kiese, Gerölle des langen Weges aus dem Nordosten des Kontinents. Kaum ein Gesteinsmaterial des nordöstlichen Europas, das sich auf Conower Äckern nicht finden ließe: Da liegt roter Granit aus den Herzen Schwedens neben Quarziten aus dem Baltikum. Große und kleine Steine, allesamt rund geschliffen von Murmelgröße bis zu tonnenschweren Findlingen wie dem sieben Kubikmeter großen Luzinstein. Steine über Steine, in zwei Jahrtausenden Ackerbau vom Feld gelesen und doch nach jedem Regen nachgewachsen". Fluch und Segen zugleich, denn die Feld- oder Lesesteine sind seit Jahrhunderten auch als Baustoff für Wege, Scheunen und Häuser genutzt worden. Der Conower Moränenrücken wird von tiefen, vom Gletschereis ausgekehlten Rinnen umgeben. Steil fällt das Gelände zum ,,Zansen" und zum Carwitzer See ab. Diese Steilufer setzen sich vielfach unter der Wasserlinie bis an den Grund der Seen fort.

Geologie Breiter LuzinDie Tiefe der Seen, die unendliche Zahl der Findlinge, die kreisrunden Sölle mit ihren Vegetationsringen und das unablässige kleinwellige Auf und Ab der Landschaft sind auch der Stoff, aus dem mystische Geschichten gewoben wurden und die bestimmenden Faktoren für die Entwicklung der Kulturlandschaft.

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