Artenreiches Vermächtnis

Streifzug durch den regionalen Naturpark


Flora FaunaNatur im Rohzustand, Fauna und Flora so ursprünglich, wie man sie in den alten Bundesländern kaum noch erleben kann. 1.100 Quadratkilometer Seen, Moore und Wälder durchsetzt mit Weide- und Ackerland - das ist der Naturpark "Feldberg-Lychener Seenlandschaft", die natürliche Fortsetzung des Müritz-Nationalparks in Richtung Südosten.
Im Triangel der Städte Neustrelitz, Woldegk und Templin gelegen, übergreift der Naturpark mit seinen 24 Schutzzonen die Grenzen Mecklenburg- Vorpommerns und Brandenburgs. Kein Militär hat hier Altlasten hinterlassen, keine Großindustrie Boden und Wasser kontaminiert.

Flora FaunaDiese Ecke der großen mecklenburgischen Seenplatte ist seit alters her dünn besiedelt. Ein Ballungszentrum der Natur, das der Mensch stets respektiert hat. Ganze Landstriche waren zudem Sperrgebiet, weil hier die Polit- Prominenz zur Staatsjagd auf starkes Wild blasen ließ. Nebenher sorgte eine engagierte ,,grüne Lobby" dafür, dass die Brutplätze von See-, Schrei- und Fischadler zur Verschlusssache erklärt und entsprechend abgeschirmt wurden. So konnte sich um Conow, Wittenhagen und Fürstenhagen ein Refugium für gefährdete Tiere und seltene Pflanzen in die Gegenwart hinüberretten, das eigentlich beispiellos in gesamtdeutschen Landen ist. Naturschützer listen nicht weniger als 700 Pflanzenarten sowie eine 200 Spezies umfassende Vogelwelt auf - darunter 12 Greifvogel - Populationen. Die stillen Gewässer und Sumpfgebiete sind Heimat für Kormoran und Schwarzstorch, Graureiher, Höckerschwan und Kranich, Graugänse, Enten, Lerchen und Nachtigallen. Registriert sind ferner 800 Schmetterlings- und 1.500 Käfer-Arten. Außergewöhnlich reich geblieben ist der Wald- und Seenlandschaft auch das Wild: Rehe, Sauen, Dam- und Rotwild teilen sich das grüne Reich mit Fuchs, Dachs, Marder und Fischotter. Im nördlichen Bereich des Naturparks bedeckt der größte zusammenhängende Buchen - Urwald Mitteleuropas die Endmoränen- Buckel um Serrahn und Wanzka. Ihm schließt sich die Seenkette um Feldberg, Conow und Carwitz an.

In zwei großen Bögen umklammern die Endmoränenwälle das Herz des Naturparks mit den Schutzzonen ,,Conower Werder", ,,Schmaler Luzin", ,,Hauptmannsberg" und ,,Feldberger Hütte". Mischwald wechselt ab mit Acker- und Weideland, Röhricht bestandene sanfte Seeufer gehen in kantige Steilhänge über. Weite Heidegebiete und Kiefernforste auf eiszeitlichen Sanderflächen prägen das Gesicht der Landschaft um Lychen, Küstrinsee und Templin. Highlights der Natur im Süden: die mächtigen Binnendünen bei Tangersdorf und Brüsenwalde. Die zahlreichen stillen Waldseen und Moore des Naturparks sind Lebensraum für eine ganze Reihe von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. So kommen in den Mooren und an eutrophierten Seen Orchideen wie das Knabenkraut, Sumpfsitter oder der fleischfressende Sonnentau vor. Auch Moorfrosch, Sumpfschildkröte und List-Spinne, eine der größten heimischen Spinnenarten, haben hier ihr Zuhause.

junger SeeadlerZum Erhalt der einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt fordern Natur- und Landschaftsschutz eine Lenkung des Besucherverkehrs und eine Regelung der Bewirtschaftung. Etwa 15 Prozent der Fläche des Naturparks sind als Schutzgebiete ausgewiesen. Die Bewirtschaftung dieser Areale wird durch die Ansprüche der darin lebenden Tier- und Pflanzenwelt bestimmt. In einigen Waldgebieten darf überhaupt keine wirtschaftliche Nutzung stattfinden.

Bei der Naturpark- und der Conower Gutsverwaltung sind spezielle Richtlinien in Arbeit, die zum Erhalt des Artenreichtums beitragen sollen. Dabei geht es ,,um die Entwicklung einer umweltfreundlichen Wirtschaft, einer Integration von Ökologie und Okonomie." Denn gut die Hälfte der seltenen Pflanzen steht als hochgefährdet auf der Liste. Auch die nahe Conow horstenden Brutpaare des Seeadlers, des mächtigsten der Greifvögel, brauchen wie ihre Artgenossen ganzjährig Schutz vor Störungen in ihrem Lebensraum.

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