Der spukende Amtmann


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In alten Zeiten wohnte in Feldberg ein böser Amtmann der nach seinem Tode umging. Er hockte den Leuten auf und ließ sich von ihnen tragen. Traf er nach Sonnenuntergang jemanden auf der Straße, so kam er gleich hinter ihm her. Der Mann, der in der Strelitzer Straße wohnte, konnte sich nur dadurch vor ihm retten, dass er mit Kleidern und Stiefeln zu seiner Frau ins Bett sprang, die nicht wenig darüber erschrak. Der Geist ritt nach Sonnenuntergang durch die Straßen, und alle Leute flohen entsetzt in ihre Häuser, wenn sie das Hufgetrappel von weiten hörten. Einmal bannte ihn der Pastor in einen Baum im Hullerbusch und schlug einen Holzpflock vor das Loch. Aber ein neugieriger Jägerbursche zog eines Tages den Pflock heraus und befreite dadurch den Geist, der als großer schwarzer Vogel davonflog. Nur trieb er wieder sein gräuliches Wesen. Er erschien als schwarzer Pudel, als Mann ohne Kopf, als Reiter und zu Fuß, bis der Pastor ihn von neuem bannte, und zwar unter eine Birke auf eine der Inseln im Haussee. Unglücklicher weise wurde der Baum später abgehauen, und so kam der Geist wieder nach Feldberg, bis er in einen eisernen Käfig eingefangen wurde, der noch heute, wie man sich erzählt, auf dem Amte aufbewahrt wird.

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