Der Teufel und die zwei Brüder


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Waren einst zwei Brüder in Feldberg, der eine war ein Geizhals, und der andere war ein Spieler, der saß den ganzen lieben Tag im Wirtshaus.

Zu diesen beiden kam der Teufel und sagte: " Ich will Euch Geld geben, viel Geld, sieben Jahre lang, und nach sieben Jahren komme ich wieder. Habt Ihr dann eine Arbeit für mich, so groß und schwer, dass ich sie in einer Nacht nicht schaffen kann, dann mögt Ihr das Geld behalten, wenn nicht, kommt Ihr mit!"

Die Brüder waren's zufrieden. Der Spieler lebte gute Tage, saß im Wirtshaus, spielte und trank und dachte: Sieben Jahre sind lang, kommt Zeit kommt Rat. - Aber der Geizhals gönnte sich keine ruhige Stunde, er arbeitete von früh bis spät und trug Steine zusammen, Jahr für Jahr, die lagen schon so hoch wie sein Haus, und immer mehr noch schleppte er herbei und baute Haufen neben Haufen.

Als die sieben Jahre um waren, kam der Teufel, als es gegen Abend dämmerig wurde, zu dem Geizhals und sprach: "Wo ist meine Arbeit?" Der Geizhals zeigte ihm die vielen Steinhaufen und befahl ihm, sie in einer Nacht in ganz kleine Chausseesteine zu zerklopfen. Der Teufel fing sofort an, und es dauerte nicht lange, so war die Arbeit fertig, und er hat den Geizhals noch warm mitgenommen.

Nun ging er zu dem anderen Bruder, der saß bei den Karten und antwortete ihm: " Es ist noch zu früh".

Der Teufel wartete eine halbe Stunde, kam wieder und sagte: "Gib mir meine Arbeit!"

"Ist noch zu früh!" antwortete der Spieler und lachte ihn aus. Der Teufel ärgerte sich, ging fort und kam nach einer Stunde wieder: "Nun ist es aber Zeit, gib mir meine Arbeit oder komm mit!" sagte er.

Der Spieler sah einen Augenblick von den Karten auf und sagte: "Vor einer halben Stunde ist hier ein kleiner Wind gegangen, lauf schnell und hole mir den!"

Und der Teufel fuhr mit aller Gewalt zum Fenster hinaus, durch die Scheiben hindurch und raste los. Die Nacht war fasst um, da kam er wieder, ganz kleinlaut und traurig: " Na hast´ ihn nicht?" fragte der Spieler.

"Ich war die ganze Zeit nahe dran, antwortete der Teufel betrübt, "aber am See, unterm Seerosenblatt ist er mir abhanden gekommen.

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