Der Teufel und der Schäfer Brand


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In Cantnitz wohnte ein Schäfer, der hieß Brand, und dieser hatte einen Puck mit Namen Vata. Der Schäfer verstand sehr gut mit ihm umzugehen und hatte auch immer Arbeit für den sonst sehr lästigen Teufel. Er schickte ihn zu den Schafen auf's Feld und ließ ihn die Tiere füttern, waschen, scheren und hüten. Er selbst tat fast gar nichts mehr als stricken, und doch gediehen seine Schafe so prächtig, dass er gar kein Vergleich mit anderen Schafen war. Sie waren nie krank, wurden leicht fett und gaben sie schönste Wolle in der ganzen Gegend.

So ging es viele Jahre, der Schäfer wurde alt und kam zum Sterben. Da stellte sich heraus, dass er seinen Geist nicht aufgeben konnte; es war ein fürchterliches Ringen; seine Frau und seine Kinder standen an seinem Bette und beteten, er aber konnte nicht sterben. Da sagte seine Frau: "Vadding hest Du noch wat up den Harten?" "Fru, wo bliwwt Vata, wenn ick stawen do?" presste der alte Schäfer mit Mühe hervor.

Da jammerte seine Frau so sehr, dass sie sagte: " Lat man got sein, Vata näm ick."

Kaum hatte sie das Wort gesprochen, so war ihr Mann erlöst, aber nun hatte sie den Teufel auf dem Halse. Die Schäferei hatte sie abgegeben und deshalb nicht genug Arbeit für ihn. Sie ließ ihn Holz klein machen und Wasser tragen, aber das waren solche Kleinigkeiten für den Puck, dass er immer gleich wieder da war und sprach: "Gib mir Arbeit!" Sie verstand ihn gar nicht zu bändigen, und weil er nun immer hinter ihr her war, fing sie so an zu stinken, dass kein Mensch es bei ihr aushalten konnte. "Wo soll dat blot warden", jammerte sie, "wenn dat so bibliwt, halt mi de Düwel."

Einmal hört sie so von ungefähr erzählen, dass der Puck weichen müsste, wenn er ein Geschenk annähme; dann hatte er seinen Lohn dahin und keinen Anspruch mehr auf die Seele des Menschen. Sie wollte es wenigstens versuchen, den Quälgeist auf diese Weise los zu werden und nähte ihm einen schönen, roten Anzug. Als sie mit dem fertigen Zeug aus der Tür trat, saß der Puck mit betrübter Miene an der Scheune, denn er wusste schon, nun ging's zu Ende. Die Frau trat auf ihn zu und befahl: "Hier, dit treck Di an!" Gehorchen musste er, nahm den Anzug und verschwand.

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