Der Schatz in der Maledei


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Zu einem alten Böttchermeister aus Cantnitz, der sich im Walde Hofelstöcke zu Faßreiten schnitt, kamen zwei Männer und verlangten von ihm, er solle ihnen mit verbundenen Augen folgen und eine kleine Arbeit für sie verrichten. So lange er nicht nach dem Wege forsche, würde ihm nichts zuleide geschehen, im Gegenteil, sie könnten ihm reichen Lohn versprechen. Der Böttcher erklärte sich bereit und wurde mit verbundenen Augen eine Strecke Weges geführt. Am Bestimmungsort angelangt, nahm man ihm die Binde ab, und er sah sich in einem Gewölbe vor mehreren großen, bis an den Rand mit Sand gefüllten Tonnen, die er zuschlagen musste. Zuvor durfte er sich mit diesem Sande die Taschen füllen. soviel hineingehen wollte. Nach getaner Arbeit führten ihn die Männer auf dieselbe Weise in sein Dorf zurück. Als er nun seine Taschen untersucht, findet er, dass sich der Sand in lauteres Gold verwandelt hat. Von Neugier und wohl auch von Habgier getrieben, sucht er im Schnee seinen Fußspuren zu folgen und findet, dass sie auf die Maledei bei Schlicht zuführen, in der vor Zeiten Raubritter gehaust haben sollen. Ein undurchdringliches Dorngestrüpp hindert ihn am Weiterkommen, er kann nicht eindringen und muss nach mehreren vergeblichen Versuchen nach Hause zurückkehren. Zur Strafe für seinen Wortbruch fand er das Gold wieder zu weißem Sande geworden.

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